Schon alleine jeden morgen mit der Deutschen Bahn unterwegs zu sein ist ja eine unendliche Geschichte an sich.
Jetzt sitz ich aber seit einem Weilchen morgens komischerweiße immer im selben Abteil der S2.
Im selben Abteil mit Ihr.
Wir kennen uns quasi schon soweit, dass wir sogar flüchtige Blicke austauschen.
Die Melissa und ich.
Was die Melissa so besonders macht erfährt man aber erst nach dem Aussteigen.
(Achtung, jetzt kommt ein Geheimtipp für alle):
Jedesmal wenn Melissa auch im Abteil sitzt und komischerweiße immer schon eine Haltestelle bevor sie aussteigt von ihrem Sitzplatz aufsteht, dann resultiert daraus auch, dass sie vor mir aus der SBahn aussteigt.
Und wenn das der Fall ist, dann läuft man absolut zwangsgebunden erstmal direkt hinter ihr.
Und wenn sie dann Richtung Robert Bosch GmbH pilgert, weil richtig schnell läuft sie definitiv nicht, dann Laufe ich immer 50 Meter hinter ihr her.
Das ganze nur um ihr spezielles Parfüm einzuatmen.
Diese Sache ist wegen genau 2 Sachen besonders interessant:
Zum ersten habe ich eine prinzipielle Abneigung gegen Frauenparfüm - ich weiß nicht ob dieses am allgemein süßlicheren Frauenparfüm selbst liegt, oder einfach nur an der von der Frau chronisch fehlgeschlagenen Dosierung von Selbigen (das kann mir JEDER Bestätigen, der schonmal eine joggende Frau überholt hat).
Melissas Duft ist dabei erfrischend anders.
Er ist weder ZU süß, noch ZU penetrant dosiert.
er duftet einfach so, wie ein Frauen-Parfüm duften muss. Dezent und Angenehm. Die Note der Frau personalisierend.
Ich habe bis jetzt noch keine Frau getroffen die diese Mischung aus Duftstoff und Dosierung zu perfektionieren gewusst hatte.
Der Vergleich hingt jedoch ein wenig, da Sie ja immer bei dieser Scheiseskälte natürlich Recht warm angezogen ist.
Darum kann ich nicht sagen ob Melissa im Tagesoutfit ihre Dosierung immer noch so im Griff hat wie im Witterungs-Kleidungs-Modus
Im Normalen Zustand habe ich Melissa leider noch nie gesehen, da ich zwar noch sehe wie sie in ein anderes Gebäude läuft, jedoch sie dann den ganzen Tag nicht mehr Erblicke.
Und wer einmal bei Bosch in Leinfelden gearbeitet hat, der weiß auch warum ich Sie dann auch nicht mehr effektiv mit meiner Nase Orten kann. Dann klemmen sich die Elektrowerkzeuge mit ihrem Prduktionsgütern und dessen Abfälle zwischen Melissa und mir.
Zum zweiten Punkt versprüht dieses Aroma allerdings einen ganz besonderen Zauber.
Jedesmal wenn Es sich morgens dezent an meinen Geruchsrezeptoren vorbeischmiegt bin ich für gute 3 Stunden ausserordentlich Sinnesgeschärft.
Meine Nase ist in dieser Zeit chronisch Frei (und das ist ein kleines Wunder wenn sie ansonsten chronisch zu ist) und ich habe eine unglaubliche Wahrnehmung über die Nase.
Wundervolles Gefühl.
Ich hoffe jetzt mal echt, dass Melissa und ihr Duft nicht irgendwelche illegale Substanzen sind die meine Nase aus der Melissa-durchlaufenden-Luft zieht.
Achso, ich weiß natürlich nichtmal ob Melissa wirklich Melissa heißt. Ich hab nur diesen Duft gerochen und ihm intern in meinem Hirn diesen Namen zugelegt.
Nein, ich weiß auch nicht warum. So kenne ich ja nichtmal persönlich irgendeine Vertreterin des Namens Melissa.
Aber weil es sich beim aussprechen Gut anfühlt, heißt Melissa jetzt Melissa, und ihr Aroma der Melissa-Effekt.
Wenn sie die Tage wiedermal im selben Abteil sein sollte, frag ich sie vllt sogar mal wie ihr Parfüm heißt.
Bin mir nur noch nicht sicher ob ich mit "Hey Melissa!" den richtigen Opener für Gespräche um 0800 Uhr morgens an eine Wildfremde, mit Melissa-Duft gesegnete Person ist...
